BildungsNetzwerkAue

Zum ersten Mal traf sich das "BildungsNetzwerkAue" im September 2010 im NaturForum Bislicher Insel bei Xanten. Der Regionalverband Ruhr RVR Ruhr Grün (Essen) hatte auf Initiative von Prof. Dr. Ulrich Riedl von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Höxter für den 09. und 10. September 2010 Vertreter aus Umweltbildungseinrichtungen mit fluss- und auenökologischem Schwerpunkt zu einem Informationsaustausch in das NaturForum Bislicher Insel in Xanten eingeladen. Bedarf und konkrete Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Bereich der auenbezogenen Umweltbildung sollten eruiert werden. Am Ende der Veranstaltung wurde eine Kooperationsvereinbarung zum Aufbau des „BildungsNetzwerk Aue“ getroffen.

Die Unterzeichner der Vereinbarung bekunden die Absicht einen regelmäßigen Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch über praktische Bildungsangebote mit Bezug zu Auenökologie, Biodiversität in Auen, Natur- und Artenschutz und Prozessschutz in Auen sowie nachhaltiger Auennutzung zu organisieren. Sie tun dies aus der Überzeugung, dass die verbliebenen dynamischen Auen-Ökosysteme, für die in Deutschland und in Europa eine besondere Naturschutz-Verantwortung besteht (s. EU-Wasserrahmenrichtlinie, FFH-Richtlinie etc.), in ganz besonderer Weise einer kreativen Umweltbildungsarbeit bedürfen, um die Konzepte des Prozessschutzes sowie einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landnutzung in die breite Öffentlichkeit zu vermitteln. Hierdurch soll Verständnis und Akzeptanz in einer breiten Öffentlichkeit bzgl. Auenrenaturierungsmaßnahmen bzw. Auenredynamisierung entwickelt werden. Die vielerorts begonnenen oder erfolgreich realisierten Redynamisierungsprojekte von Flussabschnitten können dabei veranschaulichen, wie die in der Vergangenheit vielfach überformten Flüsse und Auen einen zukunftsfähigen Neustart erhalten können – zur Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität und der vielfachen Wohlfahrtswirkungen dieser Ökosysteme.

Naturnahe Auenbereiche bieten als multifunktionale Ökosysteme für die Menschen vielfältige Dienstleistungen und bilden als komplexe und variable Lebensräume die Basis für den Schutz und die Entwicklung naturnaher und natürlicher Strukturen und Eigenschaften auch über die Grenzen der naturnahen Auenbereiche hinaus.

Naturnaher Hochwasserrückhalt, ästhetische Räume für landschaftsgebundene extensive Erholung, hot-spots der Biodiversität, wichtige Lebensräume und Wanderkorridore im Gewässer-Auen-Verbund, Grundwasseranreicherung und –filte¬rung, Nährstoff- und Sedimentrückhalt und CO2-Speicherung um die wichtigsten Funktionen zu nennen. Dadurch ergibt sich eine Vielfalt an Themen für die Umweltbildung, die auch auf terrestrische und semiterrestrische Ökosysteme bzw. Landschaften und urbane Räume übertragbar sind und die in Programme, Konzepte und Maßnahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung instruktiv integriert werden können.
Die im „BildungsNetzwerk Aue“ Kooperierenden streben an:

  1. einen kontinuierlichen Wissenstransfer zur Auenökologie (Informationsplattform zur Dynamik des Ökosystems, Biodiversität von Auen etc.), insbesondere von aktuellen Ergebnissen aus eigenen oder begleiteten Forschungen, Redynamisierungs- und Monitoring-Projekten
  2. die Präsentation erfolgreicher Naturschutzprojekte in Auen (insbesondere im Kontext der EU-WRRL und der FFH-RL)
  3. einen ausführlichen Erfahrungsaustausch über bewährte und über zu erprobende, didaktische Ansätze und Methoden im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Auen
  4. eine gegenseitige Unterstützung bei überregionalen Aktionen und Initiativen zur Verbesserung der Fließgewässer und ihrer Auen.


Ausgehend von der Initiative der Unterzeichnenden sollen schrittweise weitere Einrichtungen mit demselben thematischen Schwerpunkt für das Bildungsnetzwerk gewonnen werden, um die Kooperation zu erweitern und zu verstetigen. Angestrebt wird, dass sich (zunächst aus den bundesdeutschen, später ggf. grenzüberschreitenden) Einzugs- bzw. Flussgebieten mindestens eine Informations- und Bildungseinrichtung aktiv im Netzwerk beteiligt. Dadurch soll eine koordinierte Bildungsarbeit für den Fließgewässer- und Auenschutz mit flächendeckendem Effekt erzielt werden.

Die Kooperationsvereinbarung haben getroffen:

 

Prof. Dr. Ingrid Hemmer
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Professur der Didaktik der Geographie
Prof. Dr. Bernd Cyffka,
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt,
Leiter Aueninstitut (im Auenzentrum Neuburg)
(Flussgebiet Donau)

 

Siegfried Geißler, Geschäftsführer Förderverein Auenzentrum Neuburg e.V., Aueninformationszentrum
Dr. Ulrich Honecker, Auenforum
Auenzentrum Neuburg
Schloss Grünau
(Flussgebiet Donau)

 

Franz Schöllhorn
Infohaus Isarmündung
(Flussgebiet Isar)

 

Tim Schwarzenberger
Europäisches Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation Burg Lenzen
(Flussgebiet Elbe)

 

Prof. Dr. Klaas Rathke, Dipl.-Ing. Christian Schneider
Büro am Fluss – Lebendige Weser e.V. (Höxter)
(Flussgebiet Weser)

 

Rainer Berg
Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (Bonn)
(alle Flussgebiete)

 


Prof. Dr. Ulrich Riedl, Dr. Mathias Lohr
Fachgebiete „Landschaftsökologie und Naturschutz“ / „Tierökologie“ der Hochschule Ostwestfalen-Lippe
(Flussgebiet Weser)

 

Dipl.-Ing. Wilfried Schulze, Frauke Freise
NaturForum Bislicher Insel
(Flussgebiet Rhein)

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