Ziele

Die Vorgehensweise wird auf den Schautafeln eingehend erläutert

Ziel ist die langfristige Wiederansiedlung der Bachforelle 

 

Feststellungen der aktuellen Qualität des Baches in den Kategorien chemische, biologische und strukturelle Qualität sind notwendig, um einen guten Startpunkt für potentielle Verbesserungen zu schaffen. Die gute chemische Qualität des Staersbachs ist hinreichend von offiziellen Stellen veröffentlicht worden. Messungen der biologischen Qualität vor und nach den Maßnahmen mithilfe des Sabrobienindexsystems lassen Rückschlüsse auf erreichte Verbesserungen zu. Allerdings ist diese Methode ziemlich aufwendig, wenn dies wissenschaftlich belastbar sein soll.

Strukturanalyse bietet noch die einfachste Möglichkeit, geignete Aktionen zu definieren. Die Akteure müssen die Bedürfnisse der (potentiellen) Bachbewohner kennenlernen und die Zusammenhänge verstehen, die zu guten oder schlechten Lebensbedingungen führen können. Oft reicht es dann mit offenen Augen den Bach oder einen Abschnitt davon zu besehen. Beseitigung grober Mißstände bewirkt einen großen Teilerfolg.

Um tatsächlich verlorenen Lebensraum zurück zu gewinnen, müssen Veränderungen an der Struktur des Baches vorgenommen werden. Immer neue Messungen alleine verändern nichts.

Zu diesem Zweck sind die durch harte Gewässerunterhaltung begradigten, stark versandeten und teilweise tief ausgebaggerten und überbreiten Bachläufe erheblich in der Struktur zu verändern. Dies ist der Schwerpunkt der Bachpaten für den Staersbach.

Abstürze und Wehren werden zugunsten der Durchgängigkeit für die in den Bächen lebenden Fische und Kleinstlebewesen entfernt und durch Sohlgleiten aus Ackerlesesteinen ersetzt.

Eine Verbesserung der Strukturgüte wird erreicht durch massives Einbringen von Strömungslenkern aus Steinen, Ackerlesesteinen, großen Störsteinen und Totholzfallen.

Der Staersbach beginnt zu mäandrieren, strömt lokal schneller, strudelt die steinige Bachsohle immer wieder sandfrei und transportiert seine Sandfracht in Sandfänge und in die Este.

Die Anlage von Kolke – Rausche - Folgen und Laichplätzen für Fische runden die Maßnahmen ab. Der Bachgrund und seine Topologie wird vielfältig und an den Stellen z. B. mit freigespülten Zwischenräumen zwischen den Steinen entstehen sauerstoffreiche Lebensräume für Kleinstlebewesen und Forellenlaich und in vielen Jahren vielleicht einmal sogar für die Bachperlmuschel im benachbarten Perlbach. Aber auch Totholzanlagen wirken als Strömungslenker, bieten Fischen einen Unterstand und Wirbellosen eine gute Heimat.

Uferbefestigungen teilweise durch Steinschüttungen an Prallwänden und späteres Anpflanzen von heimischen Erlen verhindern ungewünschten Uferabbruch und zusätzliche Schlamm- und Sandbelastung.

Anlage von Viehtränken und das Zurücksetzen von Weidezäunen schonen das Bachufer vor Abbruch und den Bach vor Schlamm- und Sandbelastung.

 

Erfolgsrezept für eine kostengünstige Bachrenaturierung

Seiteneinengungen aus Steinen formen den Stromstrich

 

Bachpatenschaften gibt es viele, insbesondere solche, die ihren Schwerpunkt auf Beobachtungen, Messungen und gelegentlichen Aufräum- bzw. Entrümpelungsarbeiten legen. Die Akteure lernen ihren Bach und dessen Problembereiche kennen. Es ist schon ziemlich umfangreich, ein ganzheitliches Bild über den betreuten Bach oder Bachabschnitt zu erstellen unter Einbeziehung von Fauna, Flora, des Bachs und dessen Umfeld, die Bachaue und deren strukturellen Gegebenheiten. Oft genug reicht es schon, überflüssige Unterhaltungsmaßnahmen (der Unterhaltungsverbände) zurückzunehmen oder lokal komplett einzustellen. Alleine diese Tätigkeiten sind geeignet, nicht nur dem Bach zu helfen, sondern auch einen Sinneswandel der Menschen bei der Einschätzung der Wertigkeit dieses meist kleinen Stückchen Natur als Lebensraum zu erreichen.

In aller Regel werden mit Beobachtungen keine Veränderungen erzielt. Speziell für die Gattung der sogenannten "kiesgeprägten Bäche und Flüsse", also z.B. die Heidebäche im norddeutschen Raum, die oft genug wie der Staersbach, die Este und Nebenflüsse in "steinreichen" Endmoränengebieten liegen, gibt es wissenschaftlich belastbare und praxiserprobte Vorgehensweisen, die mit einfachen Mitteln kopiert werden können.

Dies und die räumliche Nähe zu eher professionellen "Bachpaten" im Esteraum haben der Jugendfeuerwehr vielfältige Möglichkeiten eröffnet.

Damit alles korrekt zugeht und wir uns nicht mit Behördenkram beschäftigen müssen werden wir von Detlef Gumz, einem Experten der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg sowie Jürgen Meyer von der Abteilung Boden/Luft/Wasser des Landkreises Harburg beraten und betreut. Als wissenschaftlicher Berater steht uns Dr. Ludwig Tent, ein Gewässerbiologe, wissenschaftlich und mit erprobten Praxistipps zur Seite, falls wir mal Fragen haben, die unsere Betreuer nicht beantworten können.  Als ebenfalls professionelle Akteure sind die Angler der Naturschutzgemeinschaft Nordniedersachsen e.V. und angegliederter Anglervereine bei der Revitalisierung der Este und der Goldbek eine wunderbare Quelle von Wissen und dem gewissen "gewußt wie", wenn es um die tatsächliche Verbesserung der Lebensräume im Bach geht. Die Anglergemeinschaft und insbesondere dessen Naturschutzbeauftragten Karl-Hans Bahns darf man getrost als die Ziehväter der Bachpaten am Perlbach und Staersbach bezeichnen. Wir meinen: Bessere Praxistipps gibt es nirgendwo sonst und das quasi direkt vor der Haustüre.