Die Seseke unter der Lupe

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19.09.2008 · BÖNEN Mit Gummistiefeln und Bestimmungsbüchern bewaffnet machte sich gestern der Biologie-Kurs der Humboldt-Realschule auf zur Seseke. Dort bauten die 24 Achtklässler mit Unterstützung von Hans-Georg Beyer und Gunnar Lapainis, Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Ortstgruppe Bönen, ein kleines Labor auf.

Muscheln, Fische, Würmer und alles, was sie sonst noch an kleinen Organismen in dem Fließgewässer gefunden hatten, wurde dort sprichwörtlich unter die Lupe genommen. Noch kleinere Lebewesen kamen unters Mikroskop und wurden mit fachmännischem Blick begutachtet und bestimmt. "Das ist ganz interessant. Die Tiere sehen vergrößert manchmal aus wie kleinen Monster", sagt Hans-Georg Beyer und lacht. Er freut sich sehr über die erste Kooperation mit einer Bönener Schule und hofft nicht nur, "die Schüler für den Umweltschutz zu sensibilisieren", sondern auch den einen oder anderen jungen Naturschützer für die Organisation gewinnen zu können.

Doch nicht nur für die Bönener Ortsgruppe des BUND war die Gemeinschaftsaktion mit Kescher und Lupe eine Premiere. Auch für die Biologiekurs-Lehrerin Dörte Plewka und ihre 24 Schützlinge war die Entdeckungstour an der frischen Luft etwas Besonderes. "Das ist der Startschuss zu einem großen Projekt, das wir zur Seseke machen", erklärt die Pädagogin. In Kleingruppen gehen die Realschüler verschiedenen Themen wie Bäume, dem Leben im Wasser oder der Kartografie des Ufers auf den Grund. Unterstützung hierbei erhalten sie von Erdkundelehrer Torben Burrichter. Vor allem aber steht das Thema Renaturierung im Vordergrund. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler in der Geschichte des heimischen Gewässers forschen, den Ist-Zustand beschreiben und schließlich erklären, wie der Mensch in diesen Lebensraum eingreift.

Am Ende - spätestens am 31. Oktober - soll dann ein großes Gemeinschaftsprojekt entstehen, das bei dem bundesweiten Wettbewerb "Auen leben" der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz eingereicht werden soll. "Wir wollen unter anderem ein Memory und ein Faltblatt über die Historie der Seseke erstellen. Eine Gruppe dreht auch einen kleinen Film. All diese Sachen sollen dann später als Unterrichtsmaterialien für die nächste Jahrgangsstufen dienen", erklärt Dörte Plewka den produktiven Nebeneffekt der Aktion. Die Erstellung und die Präsentation eines eigenen Portfolios vor Mitschülern und Eltern fließt am Ende in die Noten ein. "Ich hatte die Schüler vorgewarnt, dass es weitaus mehr Aufwand sein wird als eine gewöhnliche Klassenarbeit. Aber die Schüler wollten es unbedingt", erklärt Dörte Plewka. Gerade deshalb ist sie auch von dem außerunterrichtlichen Engagement ihrer Schützlinge begeistert: "Immerhin opfern sie für dieses Projekt auch ihre Freizeit." ack

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