Beitrag der Projektgruppe Klasse 7bG der Gerhart-Hauptmann-Schule Griesheim

Die Rheinauen am Beispiel des Naturschutzgebietes Kühkopf-Knoblochsaue

2. Die Rheinauen

2.1. Die Entstehung

Auen sind Überschwemmungsgebiete größerer Flüsse mit besonderer Flora und Fauna. Die Talaue des Rheins entstand bereits am Ende der letzten Eiszeit. Früher, vor seinem Ausbau, veränderte der Rhein sein Flussbett ständig. Er verlief in weiten Flussschleifen und Schlingen (Mäanderzonen), die der Schifffahrt das Vorankommen erschwerten.

Bedingt durch den unregelmäßigen Wechsel von Hochwasser und Niedrigwasser hat sich in Auengebieten eine einmalige Zusammensetzung an Pflanzen und Tieren gebildet.

Auengebiete setzen sich aus verschiedenen Zonen zusammen:

  • wechselnde Wasserstände: Die Wasserzonen zeichnen sich durch geringe Strömung und dicke Schlammschichten am Grund aus. Der Wasserstand ist abhängig von z. B. Tauwetter und daraus resultierendem Schmelzwasser oder Sommerhochwasser (starke Regenfälle).
  • Offenen Schlammfluren
  • Röhrichtbestände: Sie bilden den Übergang vom Wasser zu den Weichholz-auen
  • Kraut- und Strauchgürtel
  • Weichholzauewälder: Naturnahe Wälder. Sie bilden den Übergang von ge-hölzfreier Aue zur Hartholzaue. Diese Gebiete sind bis zu 200 Tage im Jahr überflutet. Eine häufig vorkommende Baumart ist die Silberweide, die sich perfekt an die Gegebenheiten angepasst hat. Trotz des vielen Wassers gibt es hier eine große Anzahl an Pflanzen- und Tierarten.
  • Hartholzauewälder: Bis zu 100 Überflutungstage im Jahr. Mit 40 –50 Gehöl-zarten sehr artenreich. Häufige Baumarten sind die Stieleiche, die Ulme, die Esche und Wildobstarten.

Durch den menschlichen Eingriff kamen weitere Vegetationsformationen hinzu:

  • Wiesen
  • Weiden
  • Streuobstbestände (mit regelmäßigem Schneiden der Bäume und Neupflanzungen)
  • Kopfweidenwälder (ursprünglich angepflanzte „Verlandungsförderer“)

 
2.2. Die Rheinbegradigung Gründe der Durchführung

Im 19. Jahrhundert wurden Flüsse noch nicht reguliert, deshalb konnte sich die Lage des Flussbettes ständig verändern. Dadurch kam es öfters zu Überschwemmungen ganzer Ortschaften. Die Siedlungen entlang des Rheins hatten sich damit abzufinden, dass ihre Häuser überschwemmt wurden, wenn sich der Rhein einen  neuen Weg bahnte. Viele Ackerflächen wurden so stark versumpft, dass sie für landwirtschaftliche Zwecke nicht mehr nutzbar waren. Auch die Schifffahrt, die zu dieser Zeit noch mit Segeln und Pferdekraft betrieben wurde, war in diesen Windungen nicht ungefährlich. Die gewaltige Strömung, die so manches Schiff mitriss, erschwerte den Pferden die Arbeit und barg viele Risiken.