Bachpatenschaft für den Staersbach als ein Baustein im Esteprojekt

 

 

Wer wir sind:

Unsere jüngsten Mitglieder in der Jugendfeuerwehr Moisburg bei der wohlverdienten Pause am Staersbach

Wir sind die  Jugendfeuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr in Moisburg. Ihr wisst vielleicht nicht wo Moisburg liegt? Moisburg liegt in der Nähe von Hamburg ganz nahe bei Buxtehude, ja genau da, wo der Hase mit dem Igel um die Wette lief. :-) 

Außerdem fließt durch Moisburg der Fluß Este und von dort weiter in die Elbe. In die Este bei Moisburg mündet eben der Staersbach, unser Patenkind.

Zur Zeit sind i.w. 10- bis 14-jährige Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr aktiv. Seit 2000 sind über 25 ehemalige Jugendfeuerwehrmitglieder mit 16 oder 17 Jahren in die Einsatzabteilung der Feuerwehr gewechselt.

 

Was wir als Jugendfeuerwehr tun:

Spaß pur

In der Jugendfeuerwehr Moisburg haben wir sehr viel Spaß. Wir arbeiten nicht nur mit kleinen feuerwehrtechnischen Geräten, sondern fahren auch mit den großen Einsatzfahrzeugen, um verschiedene Aufgaben der Feuerwehr zu üben. Einmal im Jahr nehmen wir an einem Zeltlager der Jugendfeuerwehren in unserer Umgebung teil. Außerdem unternehmen wir Ausfahrten z.B. in den Heidepark Soltau oder gehen zu Orientierungsmärschen. Wenn das Wetter schön ist, gehen wir gerne mal nach einer Übung kurzerhand in den Bach baden.

 

Warum der Staersbach unser Patenkind ist:

Bachtiere käschern

Anfang 2003 hat die Jugendfeuerwehr Moisburg eine Bachpatenschaft übernommen. Damals waren wir 10 bis 14-jährigen noch nicht dabei, weil Jugendliche erst ab 10 Jahren in die Jugendfeuerwehr aufgenommen werden dürfen. Das heisst, dass unsere älteren Jugendfeuerwehrmitglieder damals die Bachpatenschaft übernommen haben. Die meisten von ihnen sind jetzt aktiv in der Einsatzabteilung in unserer Feuerwehr tätig.

Unser Patenkind ist ein Heidebach und heißt Staersbach. Es hat unsere Hilfe dringend nötig. Der Staersbach in Moisburg wurde oft ausgebaggert und tiefer gelegt, damit er nicht über die Ufer tritt und die Wiesen und Felder bei Hochwasser nicht naß werden. Außerdem sieht er stellenweise ziemlich gerade und wie ein Kanal aus, halt nicht wie ein richtiger Bach. 

Im Bach ist eigentlich nur Sand. Eine Sandwüste eben, in der sich die meisten Tiere nicht wohlfühlen. Forellen und Aale kommen aus den Fischzuchtanlagen und werden von Anglern gehegt. Im Staersbach selbst haben kieslaichende Fischarten wie die Bachforelle keine gute Heimat, weil die Steine fehlen, in denen die Fische ihre Eier ablegen können. Im Sand gehen die Eier zugrunde, weil kein Sauerstoff zum Atmen an die Eier gelangt. Auch kleine Insekten fühlen sich im Sand nicht besonders wohl und können sich nirgendwo gut verstecken.

 

Was wir mit unserem Patenkind anstellen:

Einbringen von Steinen und Anlegen von Laichbetten

Erst einmal haben wir Steine in den Bach gebracht, erst mit Schiebkarren, später mit LKW und Radlader. Die Vorgehensweise unserer älteren Jugendfeuerwehrmitglieder ist ausführlich beschrieben  in unserem Beitrag zum Europäischen Ideenwettbewerb "Unsere Gewässer".

Auf dreihundert Metern sind jetzt 150 Tonnen Ackerlesesteine im Bach gelandet. Weil die Steinhaufen mal links und mal rechts am Ufer liegen, schlängelt sich der Bach schon etwas und die nun schnelle Strömung sprudelt den Sand dort weg.  An einigen Stellen haben wir große Flächen mit vielen kleinen und großen Steinen auf dem Bachgrund angelegt. Dorthinein können die Fische jetzt ihre Eier gut geschützt ablegen.  Aus den Eiern werden später tatsächlich z. B. kleine Forellen, weil zwischen den Steinen immer frisches Wasser mit Sauerstoff fließt. Auch Insekten und Fliegenlarven können sich zwischen den Steinen im Wasser gut verstecken und so überleben. Die kleinen Fische verstecken sich hinter großen Steinen, damit die großen Fische sie nicht so leicht fangen und fressen. Auch unter Totholz, welches durch Hochwasser angeschwemmt wird, bzw. von uns an bestimmten Stellen im Bach angelegt wird, können sich viele Kleintiere verstecken und Fische haben dort ihren "Unterstand", siehe Bild "Froschperspektive...".

Auch einige Stauwerke haben wir beseitigt und durch sogenannte Sohlgleiten aus Ackerlesesteinen ersetzt, damit die Tiere auch ungehindert bachaufwärts wandern können. Meerforellen z.B. kommen ja aus der Nordsee über die Elbe in die Este und wandern dann in den Staersbach, um dort ihre Kindestube anzulegen. Aber auch kleinere Wassertiere haben es so leichter, sich über den gesamten Staersbach zu verbreiten.

Außerdem schauen wir uns an, was alles so im Staersbach lebt. Dazu käschern wir mit einem gewöhnlichen Küchensieb im Bach und schauen uns mit einer einfachen Lupe die Tiere an. An oder unter Totholz, welches wir an bestimmten Stellen in den Bach platzieren, wimmelt es nur so von Kleinstlebenwesen.  Manchmal gelingt es uns, die Tiere mit Hilfe einer Bestimmungstafel zu identifizieren, so z. B. Eintagsfliegenlarven und sogar Köcherfliegenlarven dort, wo es dem Bach wieder so richtig gut geht. Weil unsere Betreuerin Ute Czaschke viel Werbung macht und viele Artikel für die Zeitung schreibt, war sogar schon das Fernsehen bei uns.

Erst kam der Norddeutsche Rundfunk N3 und letztes Jahr war das Zweite Deutsche Fernsehen mit uns am Staersbach. Wir haben zusammen einen Film gedreht, wie wir den Staersbach retten.  Letztes Jahr haben wir zusammen mit der Jugendfeuerwehr in Hollenstedt, den Anglern und den B.U.N.D. Bachpaten aus Regesbostel viele Preise gewonnen, wie z.B. die MUNA 2007 und den Hanse-Umweltpreis.  Außerdem werden wir von der Michael-Otto-Stiftung für Umweltschutz finanziell gefördert. Mit dem Geld wollen wir dem Staersbach noch besser helfen. LKW und Radlader sind teuer.

Natürlich ist die Jugendfeuerwehr Moisburg  nicht alleine, wenn es darum geht, den Heidebächen zu helfen. Die Jugendfeuerwehr in Hollenstedt will den Perlbach retten.  Die B.U.N.D. - Leute im Nachbardorf Regesbostel tun im Prinzip das Gleiche wie wir am Staersbach mit den Regesbosteler Kindern. Die Naturschutzgemeindschaft derAngler renaturiert in professionellem Stule die Este und die Goldbek. Die Angler helfen uns außerdem bei der Fischzählung und und deren Bestimmung und geben uns viele Praxistips. Landwirte schenken uns Ackerlesesteine, welche bei der jährlichen Kartoffelernte anfallen. Der örtliche Landvermessungingenieur hat mit uns den Staersbach auf etwa 300 Metern professionell vermessen mit Tachymeter und Nivellier und zwar zentimetergenau. Dabei stellten wir fest dass auf der Deutsche Grundkarte an dieser Stelle den Bachverlauf falsch eingezeichnet ist. Natürlich erlauben uns die Besitzer und Pächter gerne, auf deren Grundstücken an den Bach zu gehen. Viele von ihnen sind außerdem Opa, Oma oder Verwandte von unseren Jugendfeuerwehrleuten. Deswegen können sie eigentlich auch nicht nein sagen. :-)  

Damit alles korrekt zugeht und wir uns nicht mit Behördenkram beschäftigen müssen, werden wir von Detlef Gumz, einem Experten der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg betreut. Als Berater steht uns Dr. Ludwig Tent, ein Gewässerbiologe, wissenschaftlich und mit erprobten Praxistipps zur Seite, falls wir mal Fragen haben, die unsere Betreuer nicht beantworten können.

 

Was unsere weiteren Pläne sind:

Damit unsere Schulfreunde und andere Jugendliche sehen, wie wir dem Staersbach helfen, haben wir vor, eine Internetseite zur Bachpatenschaft zu gestalten. Das heißt, eine Internetseite von Jugendlichen gemacht für Jugendliche: Hier ist der Name unserer zukünftigen Internetseite: www.bachpaten-moisburg.de

Dazu werden wir viele weitere Fotos schießen von den verschiedenen Tieren und Pflanzen im Bach und in der Aue. Außerdem wollen wir Aufnahmen machen z.B. von dem Zwitschern der Vögel und dem Murmeln des Staersbachs, wie er über die Steine rauscht. Außerdem lernen wir eine ganze Menge dabei und haben Spaß. 

Zusammen mit den Moisburger Feuerwehrleuten wollen wir weitere Bachabschnitte mit Totholz und Seiteneinengungen aus Steinen wieder lebendig machen.

Schön wäre es, wenn Jungs und Mädchen anderswo sich ebenfalls entschließen, ihrem Bach oder Teich zu helfen oder diese sogar zu retten. Sicher kann die Feuerwehr dort wie bei uns unterstützen.

 

Anmerkungen:

Die Quellen und Verantwortlichkeiten für die Inhalte der Verlinkungen sind auf den jeweiligen Internetseiten und Netzadressen angegeben, wenn diese nicht aus dem Bereich der Freiwilligen Feuerwehr kommen. Bei der Gestaltung dieser Seite mit Text und Bildern sowie den Verlinkungen haben insbesondere die älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr und ihre Betreuer mitgeholfen.

Weitere Info über die Organisation:

Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Moisburg,  Samtgemeinde Hollenstedt,  Landkreis Harburg,  Niedersachsen,  Verantwortliche Betreuerin ist:

Frau Ute Czaschke (Pressewartin der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Hollenstedt)
Podendorfer Weg 1b
21647 Moisburg

Telefon: +49 (0)4165 / 92002
E-Mail: UteCzaschke@aol.com